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Platz frei für Matz den Spatz

Claudia Strobelt

 

Sabine Dänzer, Primarlehrerin, Autorin und Geschichtenerfinderin, Erzählerin und Komponistin, wollte schon immer eine Weihnachtsgeschichte schreiben. Mit «Matz der Wiehnachtsspatz» ist ihr das gelungen. In der Gemeindebibliothek Frutigen stellte sie ihre neueste Schöpfung vor und begeisterte Kinder und Mütter.

 

Die Hauptperson thront in der Mitte. Nein es ist nicht die singende, Gitarre spielende und Geschichten erzählende Sabine Dänzer. Es ist «Matz der Wiehnachtsspatz», ein eher unscheinbarer kleiner Kerl, der inmitten brennender Kerzen auf einem Haselzweig Stellung bezogen hat und sich und den kleinen und grossen Zuhörerinnen und Zuhörern etwas zuzwitschert. Im Ensemble mit seiner Schöpferin Dänzer sorgt das Spätzchen für leuchtende Kinderaugen und für Vorfreude auf das Weihnachtsfest.

 

In Liebe und Friede leben

Was ist eigentlich das Weihnachtsfest, möchte Spatz Matz von Simon, dem Menschenkind, wissen. An Weihnachten feiern wir den Geburtstag des Kindes, das vor 2000 Jahren geboren wurde, ist Simons Antwort. Da wundert sich das kleine braune Vögelchen doch ein wenig: «Ein Geburtstag wird gefeiert, vom Jesuskind?» «Die Weihnachtszeit ist die Zeit, in der wir Menschen in Friede und Liebe leben sollen», so Simon. «Nur in der Weihnachtszeit», fragt der Spatz kritisch. «Nein, eigentlich immer, aber wir müssen das Tag für Tag üben.»

Dass in Liebe und Frieden zu leben nicht so einfach ist, zeigt sich für Simon schon im Zusammenhang mit seinen Geschwistern. Wie schwer es ist, seine Lieblingsspielsachen zu teilen – da sind manchmal alle guten Vorsätze wie weggeblasen. Beim Umsetzen des von Simon geplanten «von Tür zu Tür Konzert» sind sich jedoch alle einig; Simons Bruder Michael, die Schwestern Julia und Maria samt Matz dem Spatz, machen begeistert mit. «Das ist eine wirklich gute Idee», finden alle und bereiten vielen Menschen damit eine vorweihnachtliche Freude. Voller Eifer mitsingend tragen auch Angela, Vera, Selina, Nico, Samuel und die ganze Kindergemeinschaft in der Bibliothek zum Gelingen des Nachmittages bei. «Schneeflöckli, Wissröckli» tönt es bis hinaus auf die verschneite Kirchgasse.

 

Spiel, Spass und Traumreisen

Sabine Dänzer freut es, wollte sie doch schon immer einmal eine weihnachtliche Geschichte schreiben. Mit «Matz der Wiehnachtsspatz» ist es der Primarlehrerin wieder einmal gelungen, die Kinder mitzunehmen in eine Welt voll Fantasie, farbiger Eindrücke und mitreissender Melodien. «Als unsere Kinder klein waren, fehlten mir oft anregende, berndeutsche Geschichten und Lieder, die unseren gemeinsamen Alltag als Thema hatten. Deshalb produzierte ich am Küchentisch meine erste eigene Kassette. Da Musik und deutschsprachige Chansons schon immer mein Leben begleiteten, entstanden daraus vertonte Familiengeschichten», erzählt sie. Mittlerweile sind Dänzers beiden Söhne und ihre zwei Töchter – die jüngste Tochter ist 13 – den Kinderschuhen entwachsen, aber die Mutter kann es trotzdem nicht lassen: Geschichten ausdenken, Erlebtes mit Fantastischem verknüpfen, komponieren und alles staunenden Kindern und auch Erwachsenen zum Vortrag bringen, dabei ist die Schöpferin von Gravatto, der Rosa, der Julia, von Spatz Matz in ihrem Element. «Lieder und Erzählungen tragen zu lebendigen inneren Bildern bei und regen zu Spiel, Spass und Traumreisen an», ist Dänzer überzeugt. 

Traumreisen am Küchentisch

Auszug aus dem Berner Oberländer 

 

In Frutigen unterhielt die Autorin Sabine Dänzer-Burri mit der berndeutschen Geschichte «D Julia mues zügle».

Sabine Dänzer kann Kinder begeistern. Mit vor Staunen weit aufgerissenen Augen lauschen sie ihrer Erzählung und den Gitarrenklängen. Auf Einladung der Frutiger Gemeindebibliothek erzählt Sabine Dänzer den Kindern, die dicht an dicht sitzen, die Geschichte von Julia, die zügeln muss...

Sabine Dänzer macht es viel Spass, mit Geschichten den Alltag zu ergänzen und auszuschmücken. Hier hat sie nach eigener Aussage viel von Kindern, ihren eigenen und anderen, abgeschaut. Nach ihrer Ansicht verstehen es Kinder vortrefflich, Realität und Fantasie zu verknüpfen und, weil man nie genau weiss, wo die Fantasie beginnt, lässt dies viel Raum für eigene Traumreisen...

In Erzählstunden und an Singtagen können Erwachsene und Kinder gemeinsam zuhören, singen und spielen.

 

 

Kinderaugen leuchteten

Auszug aus der Aargauer Zeitung 

 

Mit Strohballen und Blumen hatten Meyers einen Stall bereit gemacht für die Märchenstunde, und die heimelige Wärme des Raumes trug noch zur angenehmen Stimmung bei, die Sabine Dänzer-Burri verbreitete. Gebannt hingen die rund dreissig Kinder und Erwachsene an den Lippen der Erzählerin und freuten sich an den selbst komponierten Liedern. Sie litten mit Julia, der Hauptperson der Geschichte, die mit den Problemen eines Wohnungsumzuges zu kämpfen hat, und sie freuten sich, als es dem kleinen Mädchen gelang, am neuen Wohnort wieder Freundschaften zu schliessen.

 

Dem einen oder anderen Dreikäsehoch im Publikum wurde das ruhige Sitzen und Zuschauen dann doch etwas lang, aber den grössten Teil der Kinder faszinierten Sabine Dänzer-Burri und Julia bis ganz zum Schluss. Und als die Erzählerin den Kindern zuletzt noch Julias Zauberstab zum Betrachten gab und den Mutigen auch einige Griffe auf der Gitarre beibrachte, hatte sie die kleinen Herzen im Stall definitiv gewonnen.